Auf dem Foto ist ein Ausstellungsraum mit verschiedenen Objekten zu sehen. Links steht ein Fernseher auf dem Boden, in der Mitte befindet sich ein Tisch und rechts steht noch ein Fernseher in einer Nische.

FATIMA DE BOSSA

Auf dem Foto sitzt eine Frau an einem Tisch und blättert in einem Buch. Auf dem Titel steht Utopie Album. Die Frau lacht. Auf dem Tisch befinden sich ein Buch, Kopfhörer, ein Bilderrahmen und ein Blumenstrauß
Auf dem Foto sind Postkarten zu sehen. Auf einer Postkarte in der Mitte des Bildes steht inter.
Auf dem Foto ist ein Ausstellungsraum mit verschiedenen Objekten zu sehen. Links steht ein Fernseher auf dem Boden, in der Mitte befindet sich ein Tisch und rechts steht noch ein Fernseher in einer Nische.

FATIMA DE BOSSA

Auf dem Foto sitzt eine Frau an einem Tisch und blättert in einem Buch. Auf dem Titel steht Utopie Album. Die Frau lacht. Auf dem Tisch befinden sich ein Buch, Kopfhörer, ein Bilderrahmen und ein Blumenstrauß
Auf dem Foto sind Postkarten zu sehen. Auf einer Postkarte in der Mitte des Bildes steht inter.

FATIMA DE BOSSA

Projekte

Jetzt: Salon der Perspektiven

Der Salon der Perspektiven ist ein mobiler Ort des Denkens für neue Formen der Zusammenarbeit, der Solidarität und des Austauschs in Kunst und Wissenschaft. 

 

Heute verstehen wir uns als Initiative zur künstlerischen Erforschung und Sichtbarmachung von Machtdynamiken in künstlerischen und wissenschaftlichen Berufen innerhalb der Dominanzgesellschaft. Dabei verfolgen wir einen queerfeministischen und intersektionalen Ansatz. 

 

Der Salon der Perspektiven hat im Dezember 2020 die erste Ausgabe von >>YallahSalon<< veröffentlicht.

Mehr Infos unter salonderperspektiven.de

Jetzt: B.EEF

Rituale der performativen Selbst-Inventarisierung

Gesten der Erinnerung

Wie kann ein immaterielles Erbe, das uns Menschen mit Ritualen begleitet, zu einem greifbaren Inventarium werden? Drei individuelle Erfahrungen, Perspektiven und Historien treffen in dieser Arbeit aufeinander. B.EEF entwickeln mit kritischem Blick ein performativ-installatives Stück in dem Körper, Erinnerungen und Objekte in Ritualen inventarisiert werden.

Ausgehend von der These, dass unsere Körper und unser Verstand bewegliche, endliche Archive sind, wollen wir unser Wissen über unsere Familiengeschichten und Erinnerungen durch eine Praxis der Selbst-Inventarisierung festhalten, kritisch inszenieren innerhalb eines performativen Rituals, in welchem wir uns unseren drei individuellen Familiengeschichten zuwenden und Einblicke in unser Leben und unsere Vergangenheit geben werden. “Selbst-Inventarisierung” bedeutet ein Bewusstsein aus sich heraus zu schöpfen, im Hinblick auf die eigene Geschichte.

 

B.EEF sind Emel Aydoğdu, Siddiquie und Fatima de Bossa. Seit 2015 arbeiten sie immer wieder als Regisseurinnen, Choreografinnen und Performerinnen intensiv zusammen. Die Arbeit des Kollektivs zeichnet sich durch figurative und illusorische Formen von Bewegung und Spiel aus, zwischen digitaler Welt und haptischem Raum. B.EEF beschäftig sich vor allem mit Biografie und Körper, Geopolitik und Zeit. Arbeitsorte sind Bochum, Berlin, New York und Philadelphia.

2020 Fakir Baykurt

Auf dem Bild ist eine Landkarte im Ruhrgebiet zu sehen. Auf der Karte gibt es viele Texte in Deutscher und Türkischer Sprache.
Gestaltung: Silvia Dierkes

Fakir Baykurt lebte in Duisburg und gehörte seit den 1980er Jahren zu den bekanntesten türkischsprachigen Literaten im Ruhrgebiet. 

2019 war sein 20. Todes- und 90. Geburtsjahr. Anlässlich dieser Jubiläen entwickelten Fatima de Bossa und Nesrin Tanç, in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Silvia Dierkes, eine umfangreiche Literaturkarte: auf 2 x 2 Metern können wir uns visuell auf eine Reise durch Baykurts Ruhrgebiet und seine Literatur begeben. Erstmalig wurden im Rahmen dieses Projekts Teile von Baykurts 1986 erschienenem Werk Duisburg Treni in Deutscher Sprache lesbar gemacht.  

Die Arbeit ist kontinuierlich im Fritz-Hüser-Institut in Dortmund zu finden.

2019: Das Queerfeministische Wir

LOVEISINTHEHAIR, 2019, HD, 19:08 Min.

Die Videoarbeit zeigt abwechselnd zwei Personen, deren Gesichter zu Beginn von langen, dunklen Haaren verdeckt werden. Sie bewegen sich langsam zu einem schnellen, verzerrten Beat, der den Ausstellungsraum fast beben lässt. Von donnernd bedrohlich wandeln sich die elektronischen Klänge zu sphärisch verträumt, wenn die Protagonist*innen uns schließlich ihre Gesichter zeigen.   

Die Videoarbeit zeigt abwechselnd zwei Personen, deren Gesichter zu Beginn von langen, dunklen Haaren verdeckt werden. Sie bewegen sich langsam zu einem schnellen, verzerrten Beat, der den Ausstellungsraum fast beben lässt. Von donnernd bedrohlich wandeln sich die elektronischen Klänge zu sphärisch verträumt, wenn die Protagonist*innen uns schließlich ihre Gesichter zeigen. Ihre Augen sind stets auf uns Zuschauer*innen gerichtet, anklagend, während sie sich in all ihrer Wut und Stärke durch ihr Haar fahren, an ihnen ziehen und reißen. In einer Choreographie von Fatima de Bossa werden sie zu Tänzer*innen: ihre Bewegungen erzählen dabei in ihrer Weichheit oder Härte davon, wie sie sich von ihrem Schmerz befreien.


Die Tänzer*innen wenden ihren Blick nur von der Kamera ab, wenn sie sich in Liebkosungen ihrer Haare verlieren oder einander gegenüberstehen und der jeweils anderen fürsorglich Zöpfe flechten.

Erzählt wird von Selbstliebe, Empowerment und schwesterlicher Solidarität. Der Verletztheit und Ohnmacht auf dem Weg dahin wird unerschrocken Raum gegeben. 


Die Arbeit entstand für die Gruppenausstellung DAS QUEERFEMINISTISCHE „WIR“? Initiiert vom Frauen*Kollektiv Münster für das FILMFESTIVAL MÜNSTER, gefördert vom Amt für Gleichstellung Münster, dem Autonomen Frauen*Referat des AStA der Uni Münster und dem AStA der Kunstakademie Münster. 

5 Künstler*innen wurden eingeladen in der Neubrückenstraße in Münster einen Ausstellungsraum zu eröffnen: 5 Positionen, die den queerfeministischen* Blick suchen. Die Künstler*innen thematisieren Repräsentanz, Körper, Identität, Selbstinszenierung, Geschichte(n). Zu sehen sind Videoarbeiten, Installation und Mapping. 

2019: Utopie.Album

„In welcher Utopie werden wir beide leben?“ – Unter dieser Frage sammelte die Künstlerin Fatima de Bossa Ideen für Utopien. Die befragten Personen gestalteten ganz persönliche Einträge für ein echtes Poesiealbum. 

Utopien formulieren und Poesiealben beschriften haben größere Schnittmengen, als ein erster intuitiver Blick vermuten lässt, bieten die haptisch wahrnehmbaren und handwerklich bearbeiteten Realien doch die Möglichkeit nach ganz persönlichen Vorstellungen die eigene Vision einer Utopie zu formulieren. De Bossa führte außerdem Gespräche mit den Gestalter*innen der Albumseiten. Die entstandenen Interviews werden als Audiospur, eingerahmt von Klängen, mit dem Utopiealbum präsentiert. Das Album in den Händen und die Stimmen dazu im Ohr bieten den Besucher*innen ein intimen Einblick in utopische Gedanken.

Die Interaktive Installation wurde im Rahmen der 40. Duisburger Akzente entwickelt und vom 17.03.2019 – 31.03.2019 in der Cubus Kunsthalle in Duisburg gezeigt.

2018: Beethoven Experience

Wie können wir ästhetische Erfahrungsräume durch Musik öffnen und dabei Debatten über humanistische Werte anregen? Unter der künstlerischen Projektleitung von Fatima Çalışkan näherten sich 2018 die Teilnehmenden der Beethoven Experience (kurz BE_) in 10 Formaten Antworten zu dieser Frage.
Die von der Brost Stiftung geförderte BE_ ist das erste über Bochum hinausweisende Musikvermittlungsprojekt der BoSy im Musikforum. Beethovens humanistische Haltung und sein progressives musikalisches Schaffen waren das Leitmotiv für die mehrere Monate laufenden Workshops. In Tanz, Theater, Klangkomposition, oder Poetry Slam stellten die Teilnehmenden in Zusammenarbeit mit diversen Institutionen künstlerische Bezüge zu seinem Werk her. Das in dieser Dimension beispiellose Projekt überwand Genre-, Alters-, und Stadtgrenzen.

2016: Jazzpiya

Ein Bericht (von Rabia Çalışkan)

Ich laufe durch Duisburgs Novemberkälte auf dem Weg in die Harmoniestraße. Vor dem Lokal Harmonie stehen Leute, rauchen, trinken Wein. Innen werden die Wände warm von Scheinwerferlicht angestrahlt. Die Plätze im Publikum füllen sich, die vier Musiker und die Performerin treten auf. Jazzpiya machen Kırmancı-Musik mit westlichen Musikelementen wie Jazz, Reggae und Folk.

Necati Teyhani schreibt die Texte der Band, singt und spielt Bağlama. Verstorbene Freunde, getötete Familienmitglieder, das Leben im Exil: Teyhanis Texte erzählen seine Lebensgeschichte, Anekdoten aus der frühen Jugend sind auch Zeugnisse der politischen Situation, werden vermittelt durch spirituelle Symbole, tradierte Geschichten. Er singt in Kurmancî. Öffentliches sprechen oder schreiben der kurdischen Sprache, kann auch als politischer Akt verstanden werden. Ich verstehe Kurmancî nicht. Auch Fatima de Bossa spricht diese Sprache nicht, dennoch hat sie gemeinsam mit Teyhani seine Texte übersetzt. Sie ist es auch, die an diesem Abend das Konzert als Performerin begleitet und die Übersetzungen vorträgt. Der Übersetzungsprozess ist für uns unsichtbar Teil der Performance. Zwei Menschen, die einander Symbole, Redewendungen, ihre Sprachen erklären, um dem Publikum die Texte zu vermitteln. Aus „Honig und Butter“ wird „Milch und Honig“ und vermutlich meinen wir das Gleiche. Sie sind aufeinander abgestimmt, die Musik und die Lesung. Es ergänzt sich, das Gefühl und das Verstehen.

Videoarbeiten

LOVE IS IN THE HAIR - Trailer

LOVE IS IN THE HAIR 2019, HD, 19:08 Min.
Kamera/ Schnitt: Rabia Çalışkan
Sound/Regie: Fatima de Bossa
Spielerinnen: Dyana Krupezki, Angelina Todorovic

Die Videoarbeit zeigt abwechselnd zwei Personen, deren Gesichter zu Beginn von langen, dunklen Haaren verdeckt werden. Sie bewegen sich langsam zu einem schnellen, verzerrten Beat, der den Ausstellungsraum fast beben lässt. Von donnernd bedrohlich wandeln sich die elektronischen Klänge zu sphärisch verträumt, wenn die Protagonist*innen uns schließlich ihre Gesichter zeigen. Ihre Augen sind stets auf uns Zuschauer*innen gerichtet, anklagend, während sie sich in all ihrer Wut und Stärke durch ihr Haar fahren, an ihnen ziehen und reißen. In einer Choreographie von Fatima de Bossa werden sie zu Tänzer*innen: ihre Bewegungen erzählen dabei in ihrer Weichheit oder Härte davon, wie sie sich von ihrem Schmerz befreien. Die Tänzer*innen wenden ihren Blick nur von der Kamera ab, wenn sie sich in Liebkosungen ihrer Haare verlieren oder einander gegenüberstehen und der jeweils anderen fürsorglich Zöpfe flechten. Erzählt wird von Selbstliebe, Empowerment und schwesterlicher Solidarität. Der Verletztheit und Ohnmacht auf dem Weg dahin wird unerschrocken Raum gegeben. 

DER BLEIERNE GANG - Trailer

Der bleierne Gang
2018, 1-Kanal Loop, 05:49 Min.
Regie/ Kamera/ Schnitt: Rabia Çalışkan
Text/ Spiel: Fatima de Bossa

Eine junge Frau in Abendkleidung an einem Neon-beleuchteten Nichtort - sie scheint auf der Stelle zu treten, nach und nach tauchen Menschen von einer Seite ins Bild und wabern zur anderen wieder hinaus. Die junge Frau läuft unbeirrt weiter, packt nach dem Bildrand, rennt, immer schneller, immer weiter. Eine Erzählerin gibt das Tempo vor: Eine Stimme (die Stimme der jungen Frau?) beschreibt sich auflösende Körper, brodelnde, platzende Blasen und Membrane, die sich zersetzen, tanzende Rauchschwaden, blutige Hirnzellen. Im Rhythmus dieser Erzählung bewegt sich die Frau, scheint es ihr Körper zu sein, der sich auflöst. Sie zerkratzt sich ihre Haut und weint bittere Tränen. Immer wieder glauben wir sie in abrupten Bildunterbrechungen zu verlieren, so wie auch ihre Kräfte immer wieder zu schwinden scheinen. Doch am Ende des bleiernen Ganges sind wir wieder am Anfang und wir sehen sie zuletzt, wie wir ihr zuerst begegnet sind: kraftvoll und entschlossen, verletzt aber nicht besiegt. Alles fängt wieder von vorne an und die Stimme sagt: Ich liebe dich.

AUF DER STRECKE

2020, HD, 02:43 Min.

Unwirklich ist die Insel, auf die wir uns zubewegen, unwirklich ist die dichte Nebelwand hinter ihr, das trübe Wasser unter ihrer braun-grünen Klippe und unwirklich klingen die sphärischen Klänge, die sie in Fatima de Bossas Videoarbeit Auf der Strecke einhüllen. Wir fahren, in einem Auto oder auf einem Roller, legen uns in die Kurve, glauben grünes Gras berühren zu können und werden sanft zurück zur Insel getragen. Kaum merklich befinden wir uns in einem Loop, fahren auf die Insel zu und entfernen uns wieder von ihr. Wir werden hin und her gewogen, eingehüllt in de Bossas Stimme und Musik, entkommen wir nicht der Wiederholung. Hypnotisierend beschreibt de Bossa eine fast schon albtraumhafte Reise, unseren Körper, einen fremden Körper, die Insel. Auf der Strecke verschwimmen die Grenzen.

Tracks

Veröffentlichungen

2020:  

Interkultur Ruhr – kulturpolitische Handlungsempfehlungen 

2020:  

Yallah Salon – Das Magazin der Perspektiven

2020:  

Die Freude des Widerstands

Über mich

Fotocredits: Kristina Kast

Fatima de Bossa (mit bürgerlichem Namen Fatima Çalışkan) ist freie Künstlerin und Kuratorin. Sie ist Teil von den Kollektiven Salon der Perspektiven, die Initiative formuliert kritische Perspektiven in der Kulturarbeit, sowie b.eef, das Kollektiv arbeitet zwischen digitaler Welt und haptischem Raum. Außerdem ist sie Mitherausgeberin des Magazins YallahSalon. Ihre Arbeiten wurden unter anderem beim Filmfestival Münster und den Duisburger Akzenten ausgestellt, ihr Essay Die Freude des Widerstandes wurde im Literaturmagazin Literarische Diverse in 2020 veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.